Kosten der Unterkunft

Ein Teil der Leistungen zum Lebensunterhalt besteht aus dem kommunalen Teil, den Kosten der Unterkunft.

Haben Sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt, so werden zu Beginn der Hilfe erst einmal die tatsächlichen Kosten für die Unterkunft und Heizung bei der Hilfegewährung berücksichtigt. Dies gilt nicht nur für Mietwohnungen, sondern im Wesentlichen auch für selbstgenutztes Eigentum. Auf Dauer ist jedoch nur die Übernahme angemessener Unterkunftskosten vorgesehen. In der Regel werden für längstens 6 Monate die nicht angemessenen Kosten berücksichtigt.

Bei der Prüfung, ob die tatsächlichen Kosten der Unterkunft als angemessen anzusehen sind, werden die individuellen Verhältnisse berücksichtigt. Als Grundlage für diese Prüfung werden folgende Daten für die Größe der Referenzwohnung herangezogen:

Größe der Wohnung

für eine Einzelperson bis zu 50 m²
für einen Haushalt mit 2 Familienmitgliedern bis zu 65 m²
für einen Haushalt mit 3 Familienmitgliedern bis zu 75 m²
für einen Haushalt mit 4 Familienmitgliedern bis zu 90 m²

Für jede weitere zum Haushalt zählende Person erhöht sich die angemessene Wohnfläche um max. 15 m². Abweichend hiervon kann eine Erhöhung der Wohnfläche um höchstens 15 m² bzw. um einen Raum angezeigt sein, wenn z.B. aufgrund von Behinderung oder Krankheit zusätzlicher Bedarf besteht.

Aktuell ergeben sich für den Landkreis Bayreuth folgende angemessen Kosten für Miete und Heizung:

Anzahl der Personen in der Bedarfsgemeinschaft angemessene Bruttokaltmiete*
1 338 Euro
2 409 Euro
3 487 Euro
4 568 Euro
5 649 Euro
6 726 Euro
7 803 Euro
8 880 Euro
9 957 Euro
10 1034 Euro

*Die Bruttokaltmiete setzt sich zusammen aus der Nettokaltmiete (Mietzins ohne Aufwendungen für die Neben- und Heizkosten) und allen kalten Nebenkosten, die vom Vermieter zulässigerweise auf den Mieter umgelegt werden dürfen (§ 556 BGB i. V. m. § 2 Betriebskostenverordnung – BetrKV).

Die angemessenen Heizkosten werden in Abhängigkeit der Anzahl der Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft und der Gebäudefläche des Hauses, in dem die Wohnung liegt, individuell ermittelt.

Zur Bestimmung, ob die Heizkosten angemessen sind, ist der von der co2online gGmbH in Kooperation mit dem Deutschen Mieterbund herausgegebene bundesweite Heizspiegel heranzuziehen (http://www.heizspiegel.de).

Angemessen sind Heizkosten, solange sie den dort für die jeweilige Heizart und die maßgebliche Gebäudefläche in der rechten Spalte enthaltenen Wert (“zu hoch") nicht überschreiten (BSG v. 02.07.2009 – B 14 AS 36/08 R).

Wie Sie an den vorstehenden Daten erkennen können, wird nur in wenigen Fällen eine Kostensenkung gefordert werden. Für die betreffende Person bedeutet dies nicht unbedingt, dass ein Umzug ansteht, sondern es bleiben alle individuellen Möglichkeiten, wie z.B. die Untervermietung eines Raumes oder auch die Verhandlung mit dem Vermieter bzw. der Vermieterin über eine Anpassung der Miete.