Fördermöglichkeiten für Arbeitsuchende (erwerbsfähige Hilfebedürftige)

Verschiedene Leistungen sollen Ihnen helfen, eine Arbeit zu finden. In der Eingliederungsvereinbarung legen Sie mit Ihrer Integrationsfachkraft fest, welche Leistungen zur Eingliederung in das Berufsleben nötig sind.

Gut zu wissen:
Alle Förderleistungen, wie z.B. die Erstattung von Bewerbungskosten, müssen Sie immer vor dem Entstehen der Kosten bei Ihrer Arbeitsvermittlerin bzw. Ihrem Arbeitsvermittler beantragen. Eine nachträgliche Antragstellung ist grundsätzlich nicht möglich.

Vermittlungsbudget

Wenn Ihnen Kosten durch die Jobssuche oder die Wiederaufnahme einer Arbeit entstehen, können Sie Leistungen aus dem sogenannten Vermittlungsbudget erhalten.

Damit können die Kosten für beispielsweise folgende Auslagen erstattet werden:

  • Bewerbungsunterlagen

  • Nachweise (beglaubigte Kopien oder Übersetzungen)

  • Die Fahrt zum Vorstellungsgespräch

  • Ein Umzug

Individuelles Training bei einem Arbeitgeber oder einem Bildungsträger

Sogenannte Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung unterstützen Sie bei Ihrer Suche nach einer Beschäftigung. Sie können…

  • eine Maßnahme bei einem Arbeitgeber (MAG) oder

  • eine Maßnahme bei einem Bildungsträger (MAT) absolvieren.

Ziel beider Maßnahmen ist: Sie finden heraus, ob Sie sich für die jeweilige Tätigkeit eignen. Außerdem können Sie neue Fähigkeiten erwerben und sich damit neue berufliche Perspektiven schaffen.

Die Dauer einer betrieblichen MAG bei einem Arbeitgeber darf bei Erwachsenen über 25 Jahren nicht länger als 6 Wochen dauern. Bei Menschen unter 25 Jahren sind es bis zu 12 Wochen.

Förderung der beruflichen Weiterbildung

Sollten Sie über keinen beruflichen Abschluss verfügen oder entsprechen Ihre beruflichen Kenntnisse nicht mehr dem aktuellen Stand, kann eine berufliche Weiterbildung in Frage kommen. Mit einer Qualifizierung können Sie zum Beispiel nach langer Arbeitslosigkeit oder als Berufsrückkehrer/-in auf bisheriges Wissen aufbauen oder auch den Einstieg in ein neues Berufsfeld finden.

Wenden Sie sich an Ihre Arbeitsvermittlerin bzw. Ihren Arbeitsvermittler, wenn Sie sich für eine Weiterbildung interessieren.

Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben

Diese Fördermaßnahmen umfassen unter anderem Beratung, Vermittlung, berufliche Qualifizierung und notwendige besondere Hilfen, die auf Ihre Behinderung zugeschnitten sind. Zusammen mit Ihrer Arbeitsvermittlerin bzw. Ihrem Arbeitsvermittler definieren Sie Ziele, die Ihre Teilhabe am Arbeitsleben trotz einer Behinderung ermöglichen und Ihre Erwerbsfähigkeit erhalten. Sie schaltet bei Bedarf auch die Reha-Beratung ein.

Arbeitsgelegenheiten (Ein-Euro-Job)

Wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen und Ihre Chancen am Arbeitsmarkt verbessern möchten, können Sie eine Arbeitsgelegenheit (AGH, umgangssprachlich: Ein-Euro-Job) wahrnehmen. Arbeitsgelegenheiten sollen vorhandene Arbeitsplätze nicht ersetzen und dürfen nur zeitlich befristet ausgeübt werden. Sie werden zum Beispiel von Vereinen oder öffentlichen Einrichtungen angeboten. Wer eine Arbeitsgelegenheit wahrnimmt und dadurch einen Mehraufwand hat, wird dafür vom Jobcenter entschädigt – vorausgesetzt, die Kosten sind angemessen.

Wenden Sie sich an Ihre Arbeitsvermittlerin bzw. Ihren Arbeitsvermittler, wenn Sie sich für eine Arbeitsgelegenheit interessieren.

Einstiegsgeld und Existenzgründung

Wenn Sie Arbeitslosengeld II bekommen, unterstützt Sie das Jobcenter unter bestimmten Voraussetzungen durch weitere finanzielle Hilfen. Das sogenannte Einstiegsgeld soll Ihnen den Start ins Berufsleben erleichtern. Die Unterstützung wird ergänzend zum Arbeitslosengeld II gezahlt.

Die Höhe hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Sie können es bekommen, wenn Sie …

  • eine hauptberufliche, selbständige Tätigkeit mit mindestens 15 Wochenstunden aufnehmen oder

  • eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, deren Arbeitsentgelt über 450 Euro pro Monat liegt.

Lassen Sie sich umfassend von Ihrer Arbeitsvermittlerin bzw. Ihren Arbeitsvermittler beraten, wenn Sie sich Sie sich für das Einstiegsgeld interessieren.

Eingliederungszuschuss für Arbeitgeber

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, einem Arbeitgeber Zuschüsse zum Arbeitsentgelt zu gewähren (Eingliederungszuschuss).

Den Antrag über einen Eingliederungszuschuss müssen Arbeitgeber stellen, bevor eine neue Mitarbeiterin oder ein neuer Mitarbeiter die Arbeit aufnimmt. Ansprechpartner für Unternehmen ist Ihre Arbeitsvermittlerin bzw. Ihr Arbeitsvermittler des Jobcenters.